Reise nach Riva vom 3. bis 7. September 2026
Eröffnung der Ausstellung “Italiener in der SS“ in Riva • Stadtbesichtigungen
Reise nach Nago/Riva 03.09. – 07.09.2026 + An- und Abreisetag:
Eröffnung der Ausstellung “Italiener in der SS“ in Riva
„Die Vereine ANPI Alto Garda e Ledro, Riccardo Pinter, die historische und kulturelle Zeitschrift „Giurisdizione di Penede“ und ANED – Nationaler Verband ehemaliger Deportierter in NS-Konzentrationslager – präsentieren unter der Schirmherrschaft der Stadt Riva del Garda eine Veranstaltungsreihe, die vom Verein Carlo Levi aus Berlin konzipiert wurde. Die Veranstaltung ist Teil der Ausstellung „Italiener in der SS 1943–1945: Täter/Mittäter“, die vom 6. September bis 3. Oktober 2026 im MAG – Museo Alto Garda stattfindet. Kuratiert wird die Ausstellung von Gianfranco Ceccanei, Dozent an der Volksuniversität Berlin.“
Stadtbesichtigungen
PROGRAMM
Donnerstag 03.09.2026 Ausflug nach Rovereto: Besichtigung des venezianischen Viertels San Marco und des Museums MART
Freitag 04.09.2026 Ausflug nach Verona:
vormittags: über Corso Porta Nuova und INA casa (Sitz der RHSA 1944/45) bis zur Benediktiner/ Franziskaner Kirche San Fermo (11.-14. Jahrh.).Essen in Osteria Monte Baldo.
Samstag 05.09.2026
09:30-11:00 Uhr: „Die Vogelwelt der Steilwände von Nago an den Hängen des Monte Baldo“, Vortrag von Alessandro Franzoi, Ornithologe, Forscher, MUSE (Museo delle Scienze, Trento) am Fuß des Monte Baldo / Gort. In Zusammenarbeit mit SOS Altissimo di Nago, eine italienische Umwelt- und Kulturschutz-Vereinigung aus Nago-Torbole (Trentino), geleitet von Donatella Mazzoldi, die sich für den Schutz des Monte Baldo einsetzt.
Treffpunkt Cimitero Nuovo , Nago
14:00 Uhr: Historisch-kultureller Spaziergang von Torbole nach Riva del Garda
Treffpunkt: Galleria Adige-Garda in Torbole, Lungolago Conca d‘Oro.
Hier befand sich 1944 die Fabrik Caproni, das vorwiegend in der Luftfahrtindustrie tätige Unternehmen, das Teile für V1-Bomben, V2-Raketen und Militärflugzeuge produzierte.
Besichtigung der Galleria Adige-Garda mit Lesungen:
1. Interview von Anastasia Segrer aus Nago-Torbole, Studentin am Floriani-Institut in Riva del Garda, mit Gloria Canestrini, Tochter des Anwalts Sandro Canestrini, Mitglied des CLN (Nationales Befreiungskomitee) in Rovereto.
2. Lektüre aus Interview mit Claudio Odorizzi über die Caproni aus dem vom Verein Araba Fenice herausgegebenen Buch „I ghe ciameva lingere de galeria“. Geschichte der Männer, die den Etsch-Garda-Tunnel 1939–1959 bauten (2025). S.52/57.
15:00 Uhr: Besuch des Schutztunnels der Organisation Todt, einer Baufirma des nationalsozialistischen Deutschlands, die für die Organisation und den Bau militärischer und ziviler Infrastruktur zuständig war: Informationsmaterial der Zeitschrift „Giurisdizione di Penede“
15:30 Uhr: Busfahrt vom Hafen Torbole nach Riva del Garda
Haltepunkt: Forte San Nicolò. Gianfranco Ceccanei spricht über die Nutzung des Forts durch die deutsche Marine im Jahr 1944.
- Giardini Verdi: Das heute renovierte Hotel Giardini Verdi war das Hauptquartier der Gestapo, der Geheimpolizei des nationalsozialistischen Deutschlands.
1.1. Gianfranco Ceccanei berichtet über eine Episode aus seiner Familie, in der seine Mutter 1944 zum Gestapo-Hauptquartier vorgeladen wurde. 1.2. Orietta Masserini liest über den ermordeten Enrico Meroni, ein 18-jähriger Schüler des Gymnasiums A. Maffei, der hier gefoltert und getötet wurde. Lesung der Stadtbibliothek Riva, basierend auf Luciano Baronis „Le stagioni interrotte“. - Viale Martiri: Halt am Stolperstein, gewidmet Augusto Betta, Märtyrer vom 28. Juni 1944. Lesung seiner Biografie, vorgetragen von Orietta Masserini.
- Gymnasium A. Maffei
3.1. Stolperstein, gewidmet Gastone Franchetti, Märtyrer vom 28. Juni 1944. Lesung seiner Biografie, vorgetragen von Orietta Masserini.
3.2. Zum Gedenken an die Studenten und Professoren, die am Widerstand in Riva teilnahmen: Lesungen der Stadtbibliothek Riva, basierend auf Büchern der Protagonisten selbst.
Abendessen in Nago, im Doria mit Gästen (Francesca, Giannantonio, Anastasia + Eltern, Paolo, Donatella…)
Sonntag 06.09.2026 Aufbau der Ausstellung
17:30 Uhr Eröffnung der Ausstellung „Italiener in der SS 1943–1945“ Täter/Mittäter, Cortile della Rocca
1. Grußworte: Barbara Angelini, Bürgermeister-Stellvertreterin, Francesca Odorizzi, ANED, Tiziana Valpiana, ANED Verona, Giannantonio Pflegher, ANPI. Gianfranco Ceccanei: Einführung in die Ausstellung
2. Lieder der Deportierten, gesungen vom Carlo-Levi-Chor Berlin unter der Leitung von Gabriele Cueppers;
Rundgang durch die Ausstellung
3. Vorführung des 20-minütigen Films über den italienisch-slowenischen Partisanen Riccardo Goruppi, der die Deportation in Konzentrationslager überlebte.
Montag 07.09.2026
Malcesine: Besichtigung / Mit dem Schiff von Torbole nach Malcesine, zurück nach Riva del Garda.
18:00 Uhr: Vorführung des Films „Nella Sabbia del Brandeburgo“ des RBB (Rundfunk und Fernsehen Berlin und Brandenburg) über das Massaker an 127 internierten italienischen Soldaten (IMI) in Treuenbrietzen bei Berlin am 23. April 1945. Der Film dokumentiert den Widerstand in den IMI-Internierungslagern. Präsentation durch ANPI Alto Garda e Ledro. Einleitung: Giannantonio Pflegher (ANPI).
Auditorium des Konservatoriums, Riva del Garda, Largo Guglielmo Marconi 5
Weitere Veranstaltungen Im Rahmen der Ausstellung:
Dienstag, 18. August, 18:00 Uhr, San Marco Café: Pressekonferenz und Programmvorstellung, moderiert von Graziano Riccadonna
Montag, 18. September, historisch-kultureller Spaziergang in Nago mit Besichtigungen von Orten und Beschreibungen der Ereignisse von 1943–1945.
17:00 Uhr: Treffpunkt ist das Gemeindehaus. Führung mit Gianfranco Ceccanei. Im Anschluss gibt es einen kleinen Imbiss im Casa Ceccanei.
Samstag, 19. September, Palazzo Martini Saal, Bibliografischer Tag, organisiert von den Vereinen Riccardo Pinter und Amici del Museo:
17:00 Uhr Lesung von Auszügen aus „Le Stagioni Interrotte“ (1991) von Luciano Baroni.
18:00 Uhr Buchvorstellung: „I campi di Salò“ (2025) von Carlo Spartaco Capogreco, Historiker und Experte für faschistische Konzentrationslager, Professor für Zeitgeschichte an der Universität Kalabrien und Präsident der Ferramonti-Stiftung. Einführung durch Francesco Nicola Barbato, Vorstandsmitglied des Historischen Instituts des Widerstands und der Gegenwart in der Provinz Lucca, und Gianfranco Ceccanei.
Samstag, 3. Oktober, 17:00 Uhr: Finissage der Ausstellung, kuratiert von der Riccardo-Pinter-Vereinigung und der historischen/kulturellen Zeitschrift „La Giurisdizione di Pénede“.
An- und Abreise individuell: Empfehlung Bahnfahrt Berlin – Rovereto, Rovereto – Berlin. Bus Rovereto – Nago, Nago – Rovereto.

