Italiener in der SS als Täter / Mittäter 1943-1945

Am 15.11.2024 fand die Eröffnung unserer Ausstellung „Italiener in der SS als Täter / Mittäter 1943-1945“ in der Aula der VHS Tempelhof-Schöneberg statt.

Über 100 Besucherinnen und Besucher verfolgten ein interessantes, bewegendes Programm. Zur Begrüßung fand der Bezirksstadtrat für Schule, Sport, Weiterbildung und Kultur eindringliche Worte zur Verteidigung von Demokratie und Frieden. Zur Einführung in die Ausstellung und das Buch „Italiener in der SS als Täter / Mittäter“ referierten Tiziana Valpiana (Vorstandsmitglied der ANED / Consigliera Nationale dell´ ANED) [Übersetzung Gerda Dicke] und der Autor des Buches  Gianfranco Ceccanei. Ergänzt wurden die Vorträge durch die Kurzfassung eines Video-Interviews mit dem slowenischen Partisanen und Inhaftierten Riccardo Goruppi von Tanino Bellanca. Moderiert wurde die Veranstaltung von den Vorstandsmitgliedern Carlo Levi FILEF Berlin e.V. Gianfranco Ceccanei und Günter Freier.

Im Mittelpunkt standen 24 Stelltafeln im 1. OG der VHS und die gleichnamige Publikation des Autors Gianfranco Ceccanei-Dicke. Diese Dokumente beschäftigen sich im Rahmen der immer wichtiger werdenden Erinnerungskultur kritisch mit der Frage, welche Rolle italienische Faschisten in der Waffen SS 1943-1945 spielten und wie die Entwicklung zur Legione SS Italiana in den verschiedenen Phasen der faschistischen Herrschaft vonstatten ging. Das verbreitete Narrativ „Italiani Brava Gente“ wurde kritisch hinterfragt und reflektiert: Nie wieder! In Zeiten zunehmender Kriege und Konflikte auch in Europa muss verstärkt an die Grauen von Kriegen und Gewalt erinnert werden.

Traditionell besteht das Konzept von Carlo Levi FILEF Berlin e.V. , diesmal in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg, aus Elementen der Politik / Geschichte, Kultur und Geselligkeit. Zur gelungenen Umrahmung spielten und sangen die „Stadtmusikanten Berlin“ und der Chor „Terra e Canto“ unter der Leitung von Annunziata Matteucci. An einem speziellen Büchertisch wurde mit verschiedenen Dokumentationen über deportierte, italienische Militärinternierte und das Schicksal der Hinterbliebenen informiert und natürlich wurde auch italienischer Wein angeboten.

Großer Dank gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dem Stadtrat Tobias Dollase und dem stellvertretenden Leiter der VHS Martin Behringer, sowie allen Mitgliedern des Vereins Carlo Levi, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Studienreisen, der ANPI und ANED und allen Freundinnen und Freunden, die sich für eine lebendige Erinnerungskultur und den Kampf gegen Faschismus, Antisemitismus und Terror einsetzen.

Die Ausstellung war täglich geöffnet, Mo. bis Fr. von 8.30 Uhr bis 21.30 Uhr, Sa. und So. von 9.30 Uhr bis 17.00 Uhr und wurde von Mitgliedern des Vereins betreut. Zur Finanzierung des Gesamtprojekts wird die Dokumentation zur Ausstellung ausschließlich zur Kostendeckung zum Verkauf angeboten.

Günter Freier

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